Verein zur Erhaltung von Kirche und Kirchberg in Weiden bei Buttelstedt e.V.

Kirche St. Cyriakus zu Weiden

In mitten des Dorfes, auf einem dicht bewachsenen Bergsporn liegt in versteckter Lage die Kirche St. Cyriakus und der Weidener Friedhof.

Für das 9.-11. Jh. ist an dieser Stelle eine Höhenburg, eine befestigte Anlage zum Schutze, der durch dieses Gebiet verlaufenden Via Regia bezeugt. Als Reste dieser Burg sind in Mauern, als Gräben und Wälle noch vorhanden und stehen unter dem Schutz eines Bodendenkmals.

1351 wurde in einer Urkunde des Erfurter Domstifts erstmals eine Kirche innerhalb einer Fluchtburg erwähnt.

Das Kirchengebäude ist ein einfacher spätgotischer Rechteckbau mit einem Turm auf der Westseite. Zugemauerte Fenster weisen auf bauliche Veränderungen hin, welche vermutlich um 1820 durchgeführt wurden.

An der Nordweststrecke des Kirchenschiffes befindet sich eine Rundbogentür. Über dieser ist eine Inschriftenplatte angebracht mit den Namen Jacob Schwartze Nicolaus Keyser und Philipp Meusel ,sowie einem lateinischen Zitat aus dem Psalm 121 – „hütet der Herr deinen Eingang und deinen Ausgang von jetzt an und bis in die Ewigkeit“ im Jahr der Gesundheit/Rettung/Freiheit/des Wohlergehens 1612.

In der Ostwand des Kirchenschiffes wurde ein frühmittelalterliches Steinkreuz in Malteserform , wahrscheinlich ein Sühnekreuz, eingemauert.

Der einfach gehaltene Kircheninnenraum mit drei hohen rechteckigen Fenstern und zwei kleineren Fenstern besitzt Natursteinwände, an denen in den verputzen Bereichen Reste von Wandmalereien zu erkennen sind. Der Turm hat drei Geschosse, von denen das untere aus dem Kirchenschiff und die beiden oberen über die Empore zugänglich sind. Das Erdgeschoss ist ein Tonnengewölbe mit Lichtspalten. Das Obergeschoß besitzt dagegen eine Holzbalkendecke sowie Fenster und Türgewände im spätgotischen Vorhangbogenstil. Über die Treppe im Turm ist der Bodenraum über dem Kirchenschiff erreichbar, welcher durch zwei Trennwände aus Lehmziegeln geteilt wird. Im Obergeschoß des Turmes hängen zwei Glocken aus den Jahren 1776 und 1921.

Große Glocke von 1921

ZUM GEDECHTNIS DER IM WELTKRIEGE GEFALLENEN GEMEINDEMITGLIEDER UND DER IN WEIDEN AUSGESTORBENEN FAMILIE ADELBERT KAUFMANN.
GESTIFTET

MICH GOSS MEISTER STÖRMER ZU ERFURT 1921

Kleine Glocke von 1776

DEO * GLORIA * ANNO M.DCC.LXXVI.

AUF KOSTEN DER GEMEINDE WEIDEN GOSS MICH I. GEORG UND I. GOTTF. ULRICH IN APOLDA

Auf der Westseite ist eine umlaufende hölzerne Empore vorhanden, welche leider nur noch über die äußere Treppe zu erreichen ist. Auf der Empore befand sich eine Orgel des Ludwigsburger Orgelbauers Walcker aus dem Jahr 1933, die, auf Grund ihren schlechten Zustandes ausgelagert wurde. Der gemauerte Altar wird durch eine Holzverkleidung abgedeckt, darüber befindet sich in der Apsis ein einfacher hölzerner Kanzelbau.

Walcker Orgel von 1933

Ab 1975 war das Gotteshaus für die Öffentlichkeit und für kirchliche Feierlichkeiten geschlossen. 1991 wurde von Ortsbewohnern ein »Verein Zur Erhaltung der Kirche und des Kirchberges in Weiden bei Buttelstedt e.V. « gegründet und der zunehmende Verfall konnte gestoppt werden. Zur Vereinsgründung bestanden erhebliche bautechnische Mängel an der Dorfkirche St. Cyriakus.

Das Dach war undicht, die Dachrinnen defekt. Jahrelang regnete es schon rein. Mauerauswaschungen, Sparrenbeschädigungen , Beschädigungen von tragenden Balken waren die Folge. Die Außentreppe zur Empore war durch starke Verwitterung sehr gezeichnet. Innenputzbeschädigungen, die Balkenkonstruktion der Empore sowie Regenwasserschäden im Innenraum kamen hinzu. Der Glockenstuhl war defekt, die alte Orgel war durch Marderbiss und Anobienbefall hinüber und noch so vieles mehr.

Die erste Zielstellung des Vereins war und so ist es heute noch, im ländlichen Raum durch kulturelle Maßnahmen Aufmerksamkeit zu erzeugen, und dem Verfall der Kirche weiter entgegen zu wirken. Mit Eigenanteilen von Benefizveranstaltungen und tatkräftigen Zupacken begannen damals die ersten Kleinrestaurationen. Die Denkmalpflege, sowie die kirchliche Verwaltung wurde mit ein bezogen und somit begannen auch größere Maßnahmen.

Es folgten Trockenlegungsmaßnahmen, etliche Aufräumarbeiten, das Dach wurde neu eingedeckt, die Grundkonstruktionen des Kirchenhauses repariert. Die Orgel wurde freigelegt und wegen des schlechten Zustandes abgebaut. Das Harmonium repariert. Inzwischen gibt es eine neu aufgebaute Außentreppe zur Empore. Ein neuer Zugangsweg am Berg zu Kirche und Friedhof wurde geschaffen. Der Friedhof hat einen eigenen Wasseranschluss und die Kirche eine Stromversorgung. Die Friedhofsmauer wurde neu aufgebaut.

Derzeit gilt das Kirchengebäude als gesichert und bietet durch die Erneuerungen einen Ausstellungsraum auf drei Ebenen von ganz besonderer Art.

Die Wälle der alten Burganlage werden prägnant durch eine ca. 300 Jahre alte Linde geprägt und machen somit einen ganz besonderen Platz zum Verweilen aus.